Eva Jähnigen: „Schützenhilfe für Staatsregierung statt Handeln im Interesse der Landeshauptstadt
Der von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachte Antrag „Protest gegen die Kürzungen des Freistaates Sachsen im Nahverkehr“ soll nach dem Willen der Oberbürgermeisterin nicht Gegenstand der Beratungen in der Stadtratsitzung am 2. September sein. Im Ältestenrat verwehrte sie einem entsprechenden Vorschlag der Fraktion die Zustimmung. „Offensichtlich“, so die Stadträtin und verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Eva Jähnigen, „will die OB verhindern, dass die folgenschweren Kürzungen der Staatsregierung im Stadtrat thematisiert werden. So will Frau Orosz offensichtlich der Staatsregierung Schützenhilfe leisten, statt im Interesse der Landeshauptstadt zu agieren.“
Eine spätere Beratung im Stadtrat wäre sinnfrei, weil bereits am 8. September die Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Oberelbe tagt. „Für die Landeshauptstadt Dresden – als wichtiger Partner des VVO - bestünde angesichts der bevorstehenden Kürzungen und Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr so die Chance, ein Signal zur Unterstützung des VVO und zur langfristigen Gewährleistung einer kunden- und umweltfreundlichen Mobilität im Ballungsraum Oberes Elbtal zu setzen“, so Jähnigen. Jetzt wird die Fraktion gemäß § 10 (3) der Geschäftsordnung des Stadtrates einen Eilantrag einbringen, damit das Thema doch noch am 2. September beraten werden kann.






Nach Ansicht der Grünen im Dresdner Stadtrat ist es der Oberbürgermeisterin „abermals gelungen, den Stadtrat zu brüskieren“, so Fraktionsvorstandsmitglied Eva Jähnigen. In dem vorgesehenen Programm zum 100. Rathausgeburtstag spielen die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft wieder einmal keine Rolle. Eva Jähnigen: „Wir sind auch das Rathaus, Frau Orosz!“
Mit Verwunderung hat die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN über eine Presseinformation der FDP-Stadträtin Barbara Lässig Kenntnis erhalten, dass die Landesdirektion angeblich in den Umständen der Vertragsauflösung mit dem ARGE Chef Dirk Bachmann keine Versäumnisse der Stadt Dresden sieht, die „ein rechtsaufssichtliches Einschreiten erfordern würden.“
Für die BÜNDNISGRÜNEN im Dresdner Stadtrat ist das zunehmend politische Agieren des Beigeordneten für Finanzen Hartmut Vorjohann „unerträglich“. „Bereits bei der Karstadt-Debatte und auch im Dynamo-Konflikt hat Vorjohann seine Rolle als Verwaltungsvertreter deutlich missbraucht,“ so Fraktionssprecher Jens Hoffsommer. „Er agiert zunehmend parteipolitisch motiviert.“