Am 11. Juni ist bundesweiter Hitzeaktionstag. Städte zeigen, was sie gegen die schlimmen Folgen des menschengemachten Klimawandels tun. Dresden hinkt hier leider hinter den meisten Städten in Deutschland hinterher.
„Das gute Klimaanpassungskonzept, das von der Verwaltung 2025 vorgelegt wurde, ist mit Stimmen von CDU, AfD, Team Zastrow im Papierkorb gelandet, weil sie die „Gefahr“ sahen, dass einzelne Parkplätze gegen Bäume getauscht werden könnten“, kritisiert Dr. Wolfgang Deppe, umwelt- und gesundheitspolitischer Sprecher der Bündnisgrünen Stadtratsfraktion.
Nun hat die Verwaltung einen Hitzeaktionsplan zur Beratung in den Stadtrat eingebracht.
„Wir fordern besonders die CDU-Fraktion auf, in sich zu gehen und sich nicht länger vernünftigen Maßnahmen zum Wohle aller Dresdnerinnen und Dresdner entgegenzustellen. Gesundheit ist wichtiger als Autos und Beton!“, stellt Dr. Deppe klar.
Die Auswirkungen der zunehmenden Hitze im Sommer auf die Gesundheit der Menschen sind offenkundig. Nach Zahlen des Robert-Koch-Institut sind in Deutschland 2025 etwa 2.500 Menschen in Folge von Hitze gestorben. Rettungskräfte schlagen Alarm, auch die finanziellen Kosten für die entsprechenden Einsätze sind enorm. Auf Dresden gerechnet sind das 15 bis 20 Menschen, die pro Jahr sterben, viele mehr müssen medizinisch versorgt werden und sind erheblichen Einschränkungen ausgesetzt. In vielen Stadtteilen ist es an heißen Sommertagen um 5 Grad oder mehr wärmer als in der Dresdner Heide. Babys, kleine Kinder oder Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden am meisten.
„Und es sind vor allem Menschen betroffen, die sich kein Haus mit Grundstück in Randlage leisten können“, betont Dr. Deppe „sondern in kleineren Wohnungen in eng bebauten Stadtteilen leben. Hitzeschutz ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit!“
Die Bündnisgrüne Fraktion fordert insbesondere:
- Baumpflanzungen und Stadtbegrünung vorantreiben. Bäume haben eine enorm wohltuende Wirkung auf das Mikroklima. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern geben über ihre Blätter viel Feuchtigkeit ab, die die umgebende Luft kühlt.
- Wasser an überhitzte Orte bringen. Das kann über noch mehr Trinkbrunnen erfolgen, aber auch über weitere Nebelduschen in Fußgängerzonen
- Schutzräume bereitstellen. Bei starker Hitze müssen öffentliche, klimatisierte Räume geöffnet werden für Menschen, die es in ihren Wohnungen nicht mehr aushalten können. Bibliotheken, das Verwaltungszentrum und andere Orte sind dafür wichtige Beispiele.
- Der Stadtrat muss endlich die Begrünungssatzung beschließen, die bei Neubauten und Sanierungen ab einer bestimmten Größe Vorgaben für Dach- oder Fassadenbegrünung und Innenhofbepflanzung schafft.