Carolabrücke: Expertengremium wirbt für vernünftige Entscheidung
Erstplatzierter Entwurf erfüllt alle Bedingungen
„Das einstimmige Votum aus dem Expertengremium für den Entwurf von LAP und Knight Architects kann als solide Grundlage für die Entscheidung des Stadtrats dienen. Wir GRÜNE freuen uns, dass die hohe gestalterische Qualität, die innovative und Mehrwert schaffende Idee des Panoramawegs sowie die optimale Führung des Radverkehrs die Expert*innen genauso überzeugt hat wie uns“, so Susanne Krause, baupolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat.
„Städtebaulich und architektonisch passt sich der Entwurf respektvoll aber selbstbewusst in die Stadtsilhouette ein und zeigt gleichzeitig einen modernen Ansatz für die Gestaltung von Details und Freiraum. Der erstplatzierte Entwurf glänzt außerdem mit der besten Organisation der einzelnen Verkehrswege. Die Anbindung an den Elberadweg ist gutgelungen, der Nord-Süd-Radweg wird nicht mehr zweimal über die Gleise geführt und insgesamt bietet die Brücke ausreichend Raum, den Blick auf die Stadtsilhouette elbabwärts in Ruhe zu genießen“, erläutert Krause die Vorzüge des Vorschlags von LAP und Knight Architects für den Neubau der Carolabrücke.
Letzteres ist leider beim zweitplazierten Entwurf nicht gegeben. Rad- und Fußwege sind hier auf das Minimum beschränkt und Radfahrer*innen müssten weiterhin zweimal die Gleise queren.
Laut Prof. Marx bringt der Verzicht auf unnötige Autospuren Einsparmöglichkeiten von 20 bis 40 Millionen Euro. „Das unsachgemäße Beharren auf vier Autospuren bedeutet für die Stadt eine sehr große Hypothek“, sieht Krause die Haltung der GRÜNEN Fraktion durch das Expertengremium bestärkt. „Es gäbe in dieser Stadt tausende Möglichkeiten, diese Trotz-Millionen in andere wichtige Aufgaben zu stecken.“
Finanziell geht es dabei nicht nur um die reinen Baukosten, sondern auch um die Folgekosten, die Jahr für Jahr eingeplant werden müssen. Zur langlebigen Erhaltung müssen etwa 1 Prozent der Baukosten pro Jahr berechnet werden. „Ich kann nur hoffen, dass gerade bei den Fraktionen, die gern bei Sozial- oder Kulturangeboten oder auch bei Investitionen in Stadtgrün oder Umweltschutz die Axt anlegen, noch ein Umdenken einsetzt“, so Krause abschließend.
Das sehen auch die Stadtbezirksbeiräte in Neustadt und Altstadt so. Sie haben in vorletzte Woche jeweils mehrheitlich für den Antrag der GRÜNEN Fraktion gestimmt, sich auf eine rationale Verkehrsplanung zu verständigen und dafür unter anderem bei der Carolabrücke nicht weiter auf Vierspurigkeit zu beharren.