Grüne unterstützen Entscheidung des Begleitgremiums für LAP-Entwurf
Der Elefant im Raum bleibt die überdimensionierte Vierspurigkeit
Gestern hat das Begleitgremium Carolabrücke mehrheitlich dem Stadtrat den Entwurf von LAP und Knight Architects zur Ausführung empfohlen.
Susanne Krause, Sprecherin für Stadtentwicklung und Bau, begrüßt die Entscheidung des Begleitgremiums: „Der Entwurf von LAP hat von allen eingereichten Vorschlägen die besten Nebeneffekte für den Stadtraum. Wir bekommen also nicht nur ein funktionales Ingenieurbauwerk sondern spannende Architektur und eine ganz neue Aufenthaltsqualität rund um die Brückenköpfe.“
„Bemerkenswert ist, dass aus derselben Ecke aus der sonst lauthals Fachleute für die Politik gefordert werden, nun das Votum des eigens berufenen Experten- und des Begleitgremiums keine Anerkennung findet“, kommentiert Krause den noch in der Sitzung angekündigten Widerstand gegen die Entscheidung.
„Es ist sehr schade, dass Vorgaben für die nächsten Planungsschritte vom Oberbürgermeister ohne Begründung abmoderiert wurde und keine offene Diskussion dazu im Begleitgremium möglich war“, erklärt Krause. „Ein unsachgemäßes Beharren auf vier Autospuren bedeutet für die Stadt eine sehr große Hypothek. Dabei ließen sich dadurch Einsparungen in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro realisieren, die z.B. für die Budapester Brücke dringend benötigt werden. Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft müssen wieder mehr Platz auf der kommunalpolitischen Bühne haben.“
Für Susanne Krause ist unabhängig vom letztlich durch den Stadtrat bestimmten Entwurfssieger klar: „Bei der Weiterentwicklung der Brücke werden wir GRÜNE uns für eine optimale Radwegeführung mit barrierefreier Anbindung an beide Elberadwege und hochwertig gestaltete Aufenthaltsbereiche auf und unter dem Bauwerk einsetzen.“
Abschließend dankt Susanne Krause allen am Prozess beteiligten: „Mit hohem persönlichen Einsatz leisten die Mitarbeiter*innen von Stadtverwaltung und Stesad eine verantwortungsvolle Arbeit für die neue Carolabrücke. Noch beeindruckender ist die sachkundige Beteiligung der vielen Engagierten im Ehrenamt, die uns Stadträt*innen beraten.“
Das Begleitgremium folgt mit 14 zu 12 Stimmen der Entscheidung des eigens berufenen Expertengremiums. Bei der Bürgerbeteiligung landete der Entwurf von LAP nur knapp auf Platz 2, in einigen wichtigen Kategorien wie Aufenthaltsqualität, Materialität oder Bezügen zur Umgebung lag er aber auch dort auf Platz 1.
Der Stadtrat hatte mit einer Mehrheit aus AfD, CDU, Team Zastrow und FDP/FB die Mitglieder des Begleitgremiums bestimmt, darunter unter anderem die Kammern und bekannte Verbände. Dieses Gremium hat sich aus guten Gründen für den Entwurf von LAP ausgesprochen. Mehrere Mitglieder begründeten ihre Entscheidung damit, dass man so Realisierungs- und Genehmigungsrisiken aus dem Weg gehen wolle. Dass diese für den FHECOR-Entwurf erheblich größer sind, stellten sowohl die Fachämter der Stadtverwaltung als auch der stellvertretende Vorsitzende des Expertengremiums, Reiner Nagel, nachvollziehbar dar.
Ein Entwurf des VCD über Einsparmöglichkeiten durch verbindliche Festlegung der Regeln der Technik statt ideologischem Festhalten an vier Autospuren oder Entwurfsvorgaben für die weitere Vertiefung und Verbesserung der Planung, eingebracht von der Verwaltung, wird nun im Bauausschuss diskutiert, zu dem alle Mitglieder des Begleitgremiums eingeladen sind.