Stadtbezirksbeirat Plauen lehnt Kürzungen bei Bus und Bahn ab
Aktuelle Zahlen zeigen: Es gibt keine wirtschaftliche Notwendigkeit
Der Stadtbezirksbeirat Plauen hat in seiner Sitzung am 15.09. die Kürzungspläne des Oberbürgermeisters für Bus und Bahn mit sieben zu vier Stimmen bei vier Enthaltungen abgelehnt und den Stadtrat aufgefordert, für eine auskömmliche Finanzierung der DVB zu sorgen.
„Das sollte umso mehr gelingen, als nach Auskunft in der Sitzung der angegebene Fehlbetrag von 8,3 Mio. Euro pro Jahr für 2026 und 2027 durch zusätzlich Einnahmen und Rückzahlungen ausgeglichen werden kann“, so Birgit Jaekel, Bündnisgrünes Mitglied des Stadtbezirksbeirats.
„Dieses Geld muss bei den DVB ankommen und die Kürzungspläne obsolet machen! Dresden hat einen sehr gut funktionierenden ÖPNV, die Dresdner*innen nutzen ihn: Fast 50% der Menschen in Dresden haben ein DVB-Abo. Hier zu kürzen schadet allen. Auch denjenigen, die ihn nicht nutzen. Jeder Fahrgast, der wegen schlechterer Verbindung wieder aufs Auto umsteigt, führt zu volleren Straßen und mehr Stau.“
Der Stadtbezirk Plauen wäre bei den Plänen für die Buslinien 85, 61, 63 und 62 sowie den Straßenbahnlinien 3 und 8 überproportional von Kürzungen betroffen.
„Wir lehnen die geplanten Taktverlängerungen bei den Bussen und Bahnen und die Kürzung der Linie 8 strikt ab!“, stellt Jaekel klar.
„Die Buslinie 62 ist jetzt schon regelmäßig überfüllt. Reduziert man die Zahl der Fahrten würde das im schlechtesten Fall dazu führen, dass Fahrgäste nicht mehr mitfahren können. Das gleiche droht bei der Campuslinie 61, wenn dort die Zusatzfahrten wegfallen“, zählt Jaekel die negativen Auswirkungen auf. „Die 63 ist eine wichtige Ost-West-Verbindung. Insbesondere mit ihrem Halt an der Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße bietet sie Anschluss an viele andere Bus- und Bahnlinien. Mit der 85 fahren viele Schüler*innen zum Vitzthum-Gymnasium, außerdem verbindet sie Löbtau und Plauen auf der einen Seite und Strehlen und Striesen auf der anderen Seite mit dem TU-Campus. Hier war ursprünglich sogar eine Taktverdichtung geplant. Den 20-Minuten-Takt nun auf 30 Minuten auszudehnen, halten wir für widersinnig“, nennt Jaekel weitere Beispiele.
„Der Oberbürgermeister und eine Mehrheit im Stadtrat haben erst in der letzten Sitzung überflüssige Fahrspuren auf der Carolabrücke für 30-50 Mio. Euro Mehrkosten beschlossen, da muss es wohl möglich sein, Bus und Bahn auskömmlich zu finanzieren!“, so Jaekel abschließend.