Fernwärme schützt vor CO₂-Kostenfalle

Gesetzliche Wärmeplanung zwingt zum Handeln

25.09.2025

“Fernwärme rechnet sich, je höher der CO₂-Preis steigt. Die durch Bundesgesetz vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung stellt sicher, dass Investitionen auf Fakten und Wirtschaftlichkeit beruhen – nicht auf Wunschdenken einzelner. Das schützt Haushalte und Betriebe vor hohen Wärmekosten“, stellt Dr. Wolfgang Deppe, Sprecher für Energie und Klima der Fraktion, klar.

Die Fraktion fordert, die Planungen konsequent in die Zukunft zu richten. „Zentrale Wärmeversorgung wird im Vergleich zu anderen Lösungen deutlich kostengünstiger werden. Deshalb müssen weitere Stadtgebiete an das Fernwärmenetz angeschlossen werden – weit über die heutigen 50 Prozent hinaus“, so Deppe.

“Irritierend”, findet er die Aussage in der Pressemitteilung der Stadt, dass bis 2040 mindestens 80 % der gelieferten Fernwärme „ergrünt“, also dekarbonisiert sein soll, was eindeutig hinter den Entwurf des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts (IEK) und die bereits beschlossene Dekarbonisierungsstategie der Sachsen Energie zurück geht, die eine 100 %-ige Dekarbonisierung der Fernwärme spätestens bis 2040 vorsehen.

“Ohne den vollständigen Umstieg auf erneuerbare und CO₂-neutrale Technologien drohen langfristig unkalkulierbare Preisrisiken. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern hat im Winter 2022 gezeigt, wie schnell Gas zur Kostenfalle werden kann. Wer weiter auf Gasnetze für Einfamilienhäuser setzt, riskiert teure Fehlentscheidungen“, warnt Deppe.

Bereits heute versorgt Fernwärme knapp die Hälfte aller Dresdner Haushalte. Künftig können Großwärmepumpen, Großwärmespeicher, Abwärme, Solarthermie, grüner Wasserstoff sowie Tiefengeothermie und Abfallnutzung den klimafreundlichen Ausbau sichern. Für dichter bebaute Gebiete, in denen Fernwärme nicht wirtschaftlich darstellbar ist, sind wärmepumpenbasierte Nahwärmenetze eine geeignete Alternative.

Besonderen Wert legt die Fraktion auf frühzeitige und umfassende Bürgerbeteiligung. „Die Verwaltung hat mit dem Konzept der Energielotsen ein wichtiges Instrument. Jetzt kommt es darauf an, dieses breit bekannt zu machen und personell stark auszustatten. Langfristig bezahlbare Nebenkosten sind eine Grundvoraussetzung für bezahlbares Wohnen in unserer Stadt“, so Deppe abschließend.

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