Industrie wächst, Infrastruktur hinkt hinterher

Verkehrskonzept für den Dresdner Norden muss jetzt schnell umgesetzt werden

28.08.2026

Seit dieser Woche beraten der Stadtrat und seine Gremien über das Verkehrskonzept für den Dresdner Norden (V0921/26) und die Vorlage zur Verlängerung der Linie 8 (V0924/26).

Ulrike Caspary, Sprecherin für Mobilität der Bündnisgrünen Stadtratsfraktion und Stadträtin für den Dresdner Norden, begrüßt, dass das seit langem geforderte Verkehrskonzept Nord jetzt vorliegt: „Ich erwarte, dass der Oberbürgermeister die Priorisierung des Nordens nicht nur in der Vorlage beschreibt, sondern auch im Haushalt sichtbar berücksichtigt hat. (Beschluss zu A0514/23) Die Menschen im Dresdner Norden können die Belastungen der wachsenden Industrie nicht allein tragen“, erklärt Ulrike Caspary.

„Ziel muss sein, dass ein großer Teil der Menschen, die zu den großen Industrieansiedlungen im Norden pendeln, das mit dem Rad oder mit dem ÖPNV tun. Dafür braucht es gute Radwege und die Verlängerung der Linie 8 bis zu den Werksgeländen der großen Firmen und nicht nur in der verkürzten Variante. Nur so wird die Ansiedlung ein Gewinn auch für den Stadtteil Klotzsche, die Ortschaften und das Umland“, betont Caspary.

Sie stellt folgende Forderungen:

Radverkehr braucht sichere Routen
Wer mit dem Fahrrad aus dem Stadtzentrum zu den Industriegebieten im Dresdner Norden pendelt hat aktuell nur zwei Straßen zur Verfügung. Beide sind gefährlich. Bei beiden fehlt ein entscheidendes, kleines Stück. Auf der Radeburger Straße das steile Stück aufwärts mit drei Kfz-Spuren, aber ohne Rad- und Fußweg. Auf der Königsbrücker Straße bergab der Bereich bis zur Gemeinschaftsschule Campus Cordis müssen Gleise spitz gequert werden – ohne Radweg. In beiden Fällen sieht das Regelwerk verpflichtend Radwege vor, die die Verwaltung dringend bauen sollte.

Mehr Bike & Ride
Fahrrad und ÖPNV können sich wunderbar ergänzen: Mit dem Rad erreicht man auch entferntere Haltestellen. Stellt man es dann vor Ort ab, entlastet das Busse und Bahnen. Dafür braucht es sichere und ausreichend viele Fahrradstellplätze.
Deshalb ist es wichtig, dass endlich ausreichend Abstellmöglichkeiten an den Haltepunkten Grenzstraße und Bahnhof Klotzsche gebaut werden. Am Haltepunkt Grenzstraße werden rund 60 und am Bahnhof Klotzsche 160 Fahrradparkplätze gebraucht.

Linie 8 verlängern
Die Linie 8 kann direkt die neuen Firmen mit dem Stadtzentrum verbinden und bietet mehrere Übergangsstellen zur S-Bahn. Die Verwaltung prognostiziert mehr als 3500 Fahrgäste pro Tag und 1200 Autofahrten weniger mit einer verlängerten Linie 8. Besonders sinnvoll wäre eine Schleife direkt durchs Industriegebiet an den neuen großen Firmen vorbei. Wichtig wäre, dass die anliegenden Firmen im Airport ihre aktuelle Blockadehaltung überdenken – auch ihre Mitarbeiter*innen würden von eine längeren Linie 8 profitieren.
Ergänzend könnte die Stadt die Verlängerung bis GlobalFoundries intensiv mit vorbereiten, um auch diese Firma anzuschließen.

Busverbindungen
Übergangsweise sollen Busverbindungen die Lücke der Linie 8 schließen. Auf Dauer sind die Betriebskosten für eine Straßenbahn jedoch günstiger.

Fußgängerüberwege schaffen
Steigende Verkehrsmengen auf der Straße sind im Dresdner Norden absehbar. Wir brauchen eine größere Zahl an Straßenquerungen, insbesondere an den Hauptverkehrsstraßen um den Stadtteil auch in Zukunft für alle, insbesondere Kinder, Familien und ältere Menschen sicher und lebenswert zu erhalten.

S-Bahnverlängerung vorbereiten
Eine Verlängerung der S-Bahn vom Flughafen zu den wachsenden Industriegebieten wurde beim Bau damals bereits vorbereitet. Ein langfristiges Ziel, das zusätzlich verfolgt werden sollte. Ich werde mich dafür einsetzen, dass zumindest die Planungen gestartet werden.

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