Nur eineinhalb Monate nach der Einbringung der Vorlage soll der Dresdner Stadtrat heute fast 6 Millionen Euro für die Sanierung des Dresdner Fernsehturms freigeben. Die Bündnisgrüne Stadtratsfraktion wird eine Vertagung der Vorlage beantragen. Es fehlen wichtige Grundlagen für die Entscheidung.
„Es gibt aktuell kein finanziell untersetztes Betreiberkonzept. Bevor wir als Stadträt*innen viel Geld an Dritte ausgeben, müssen wir wissen, was eigentlich geplant ist und ob das Konzept aufgeht. Insbesondere in einer Zeit, in der wir als Kommune jeden Euro dreimal umdrehen müssen und an allen Ecken und Enden gekürzt wird“, erklärt Stadtrat Dr. Deppe.
Auch von dem ursprünglich angekündigten umfangreichen Mobilitätskonzept ist aus finanziellen Gründen nicht mehr viel übrig. Jetzt soll ein Parkplatz mit 49 Plätzen entstehen, finanziert von der Stadt.
„Es fehlt nach wie vor ein verbindliches Konzept, wie die Anwohner*innen des Fernsehturms von den Folgen des Besucherverkehrs entlastet werden könnten“, kritisiert Dr. Deppe.
„Die 49 Plätze werden an schönen Tagen nicht ausreichen, die Alternative an der Rossendorfer Schleife wird von Besucher*innen, die über die Staffelsteinstraße anreisen, sicher nicht angenommen. Schleichverkehr in den Wohngebieten rund um den Turm wird die Folge sein.“
Dazu kommen geplante 96 Events pro Jahr, die teilweise bis 22 Uhr dauern sollen. Das schafft eine zusätzliche Verkehrsbelastung für das Wohnviertel.
„Wir sehen schon, dass der Stadtrat den Beschluss gefasst hat, den Fernsehturm zu revitalisieren. Daran gehen wir nicht vorbei. Und wir sagen auch nicht auf alle Ewigkeit Nein zum Turm. Aber jetzt gibt es noch zu viele ungeklärte Fragen und Unstimmigkeiten, die beantwortet und beseitigt werden müssen, bevor der Stadtrat verantwortlich entscheiden kann“, so Dr. Deppe abschließend.