Wir sollten das Kind Gymnasien in Gorbitz und Prohlis nicht mit dem Bade ausschütten

16.12.2019

Die Vorlage zur Standortentscheidung für das Gymnasium Dresden-Gorbitz und das Berufliche Schulzentrum für Wirtschaft „Franz Ludwig Gehe“, die der Bildungsbürgermeister nun veröffentlicht hat, torpediert die Beschlüsse des Stadtrates zur Schulnetzplanung. Damit würde das BSZ „Franz Ludwig Gehe“ seinen Neubau verlieren, Gorbitz sein Gymnasium und die gymnasiale Oberstufe in Prohlis würde obsolet.

Zu Beginn des Neuen Jahres steht damit dem Bildungsausschuss, die Wiederaufnahme einer Diskussion bevor, die eigentlich längst abgeschlossen war. Es gab klare Beschlüsse, die mit allen Akteur*innen – Schulleitungen, Eltern und Schüler*innen sowie den Stadtteilen in einem umfassenden Aushandlungsprozess abgestimmt war.

Dazu die bildungspolitische Sprecherin, Agnes Scharnetzky: „Dass der Bildungsbürgermeister nun eine Verwaltungsvorlage mit einer Rolle rückwärts vorlegt, erweist der Bildungspolitik in Dresden, aber auch der Entwicklung der Quartiere Gorbitz und Prohlis einen Bärendienst. Gerade dem BSZ „Franz Ludwig Gehe“ eröffnete der geplante Neubau entscheidende Perspektiven durch die Aussicht auf einen innovativen und auf die Interessen der Schulgemeinschaft abgestimmten Neubau.“

Die im Stadtrat beschlossene Schulnetzplanung sieht vor, in Gorbitz und in Prohlis Wege zum Abitur zu eröffnen über ein Gymnasium und eine gymnasiale Oberstufe.

„Für Stadtteile ist das Angebot aller allgemeinbildenden Schulabschlüsse zentral. Das trägt erheblich zur Entwicklung von Stadtteilen bei“, betont Scharnetzky und weiter: „Hinzu kommt, dass Schulnetzplanung auf Zukunft ausgerichtet ist: Den Schulstandort Freiberger Straße von Beginn an auf Kante zu nähen ist keine nachhaltige Bildungspolitik – im Gegenteil sollten wir nach Jahren überfüllter Schulen und Belastungen durch Renovierungsarbeiten den künftigen Schüler*innen Platz zur Entfaltung ermöglichen.“

„Wir werden uns im Bildungsausschuss und auch im Stadtrat für die bestehende Schulnetzplanung einsetzen. Ad hoc Umplanungen, übermäßige Zentralisierung der Gymnasien aber vor allem Wortbruch gegenüber den Schulgemeinschaften und Stadtteilen lehnen wir ab“, so die Bildungspolitikerin abschließend.

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