Grüner Werkstatt-Tag: Stadtpolitik muss Mobilität für die nächsten Generationen entwickeln

26.01.2020

Über 160 Teilnehmer*innen diskutierten konstruktiv über eine attraktive Stadt der Zukunft

Mehr als 160 interessierte Bürgerinnen und Bürger sind am Sonnabend der Einladung der GRÜNEN Stadtratsfraktion zu einem Werkstatttag gefolgt, der sich mit dem Thema „Verkehr in einer lebenswerten Stadt“ befasste. Bereits in den beiden Inputreferaten von Margit Haase und Prof. Udo Becker wurde deutlich, dass es nicht um Verkehrs-, sondern um Mobilitätspolitik gehen müsse. Verkehr – auf den in unserer Stadt ein Drittel der Emissionen entfallen – ist kein Selbstzweck. Für die Menschen sei es wichtig, dass sie zuverlässig und zügig an ihre Ziele kommen. Das Credo der Politik sollte laut Prof. Becker sein: „Die Welt wird sich ändern, aber wir sorgen dafür, dass du an dein Ziel kommst.“

Das anschließende Open-Space-Format wurde von den anwesenden Gästen mit großem Interesse angenommen – darunter diverse Initiativen, Vertreter der Handwerkskammer Dresden, Start-Ups, Studierende (TUUWI), Wissenschaftler*innen, Verkehrsinitiativen, DVB-Fahrgäste, viele Eltern, Mitglieder von Fridays for Future, Parents for Future, um nur einige zu nennen. An neun Tischen wurde zwei Stunden konzentriert gearbeitet, Probleme definiert, Ziele beschrieben und Lösungen gesucht. Dabei ging es auch darum, wer mögliche Partner*innen in der Stadtgesellschaft sein können. Die Themen bestimmten die Teilnehmenden selbst. Diskutiert wurde unter den Überschriften: Stadtumbau, Verkehrsberuhigung, sichere Mobilität, Stadt-Umland-Verkehr, mehr Freiraum, Flächengerechtigkeit, innovative Mobilität, Luftqualität sowie Zukunft des ÖPNV.

Schnell wurde deutlich: Miteinander reden hilft auch Bedenken in neue Ideen umzuwandeln.

Wir haben als Fraktion aus den Gesprächen viele konkrete Ideen mitgenommen wie durchgehende Fußwege (Continued sidewalks), mehr grüne Verkehrsachsen fernab der großen Straßen für Rad- und Fußverkehr, den Wert von Flächen berücksichtigen im ruhenden und fließenden Verkehr, mehr emissionsfreie, klimaneutrale Antriebe für Busse und Müllwagen, umfassende und benutzerfreundliche smarte Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel, eine Willkommens-Monatskarte für Zugezogene, wie in München, und vieles mehr und werden diese weiterdiskutieren und die entsprechenden Umsetzungsmöglichkeiten prüfen.

„Klar ist“, so Fraktionsvorsitzende Christiane Filius-Jehne, „dass wir auch zu den Einzelthemen, die aufgeworfen wurden, mit den Bürger*innen im Gespräch bleiben werden, gegebenenfalls auch in kleineren Runden in den Stadtteilen. Bürgerbeteiligung ist uns nicht nur wichtig. Wir haben gestern gesehen, dass wir auch unmittelbar von ihr in unserer kommunalen Arbeit profitieren!“

Co-Fraktionsvorsitzende Tina Siebeneicher ergänzt: „Wir sind beeindruckt, mit wie viel Begeisterung Visionen für den Verkehr in einer lebenswerten Stadt entwickelt wurden, ohne mögliche Hindernisse aus dem Blick zu verlieren. Stadtpolitik profitiert davon, den Wandel gemeinsam zu denken und dabei die Perspektive zu wechseln. Verkehrspolitik sollte sich an den Bedürfnissen aller – auch der schwächsten – Verkehrsteilnehmer*innen, orientieren. Kommunale Aufgabe ist es, nun zu einer Mobilitätspolitik für die nächsten Generationen zu kommen, d.h. eine Stadt der kurzen, sicheren Wege, die Raum für eine Vielfalt an Verkehrsmitteln gibt, damit alle Dresdner*innen schnell und zuverlässig an ihr Ziel kommen.“

Das bestätigten auch die zwei Handy-Abfragen während der Veranstaltung. Die Teilnehmenden beantworteten die Frage nach einer attraktiven Stadt der Zukunft mit den Schlagworten „Grünflächen“, „Bäume“, „Ruhe“, „saubere Luft“. Als wichtigste Projekte wurden abschließend Radwege, Kostengerechtigkeit und autofreie Innenstadt genannt.

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