Kita-Schließungen als Folge sinkender Geburtenzahlen

Grüne fordern bessere Rahmenbedingungen in Sachsen

04.03.2026

Seit dem Jahr 2020 sind die Geburten in Dresden von 6.219 auf zuletzt in 2025 4.103 zurückgegangen. Eine Entwicklung, die laut der aktuellen Prognose der Kommunalen Statistikstelle in 2026 auf 4.050 Neugeborene abfällt. 2023 wurden noch 4.710 Geburten prognostiziert.

„Der heute angekündigte Weg der Stadtverwaltung, nun weitere 11 Einrichtungen verteilt über die Stadt zu schließen, ist daher schwierig, aber nachvollziehbar“, so Torsten Schulze, Sprecher für Kita der bündnisgrünen Stadtratsfraktion.

Bei den jetzt zur Schließung vorgesehenen Einrichtungen handelt es sich um Mobile Raumeinheiten deren Baugenehmigung demnächst ausläuft, angemietete Objekte und Einrichtungen mit einem hohen Sanierungsaufwand.

„Kurze Wege für kurze Beine“ bleibt für uns eine wichtige Grundlage der Kitaplanung. Wir werden die weiteren Pläne der Stadtverwaltung kritisch begleiten und auf maßvolles Vorgehen drängen“, verspricht Schulze.

„Wichtig ist“, so Schulze weiter, „dass die Stadtverwaltung schnell das Gespräch mit den betroffenen Eltern sucht und auf individuelle Härtefälle eingeht.“

Der sehr hohe Rückgang bei den Geburten stellt die Kommunen vor Herausforderungen. Rasant zurückgehende Kinderzahlen in Kitas haben hohe Fixkosten und weniger Einnahmen zur Folge. Der Personalschlüssel sorgt dafür, dass in Kitas mit wenigen Kindern das Team kleiner wird und Ausfälle bei Krankheit oder Urlaub schlechter abfangen kann. Reduzierte Öffnungszeiten und längere Schließzeiten sind die Folge. Durch ebenfalls reduzierte Stunden für Konzeptarbeit droht ein Abrutschen hin zu reiner Verwahrung statt guter Betreuung und Bildungsarbeit.

Schulze erklärt: „Um auch in den kommenden Jahren die Qualität in der Betreuung halten zu können, brauchen die Kommunen dringend die Unterstützung des Freistaats! Der Betreuungsschlüssel in Sachsen ist der zweitschlechteste in Deutschland und muss verbessert werden. Gleichzeitig ist die finanzielle Belastung nur mit einem höheren Landeszuschuss stemmbar.

Dresden sollte sich mit anderen Kommunen zusammenschließen, um dieser Forderung an die Staatsregierung entsprechendes Gewicht zu verleihen!“

Für stadteigene Liegenschaften der zu schließenden Einrichtungen schlägt die Grüne Fraktion vor Zwischennutzungen, z.B. durch Vereine, für Nachmittagsbetreuung oder ähnliches, zu prüfen, um perspektivisch bei einem Geburtenanstieg oder stärkerem Zuzug schnell wieder die Kapazitäten erhöhen zu können.

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