Stadtforum erfüllt Erwartungen

Jetzt konsequent weiteres Potenzial nutzen

19.11.2025

Das neue Verwaltungszentrum Dresden am Ferdinandplatz zeigt ein halbes Jahr nach dem Einzug der ersten Beschäftigten klar: Die erhofften Effekte der neuen Arbeitswelten sind eingetreten – und sie eröffnen der Stadt Dresden erhebliche Möglichkeiten, Flächen effizienter zu nutzen und Kosten zu reduzieren. Das geht aus der Antwort des Oberbürgermeisters auf unsere Anfrage hervor. 

Für 1.500 Beschäftigte stehen im Stadtforum rund 1.000 flexible Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Belegungsquote schwankt laut Verwaltung zwischen 40 und 75 Prozent – je nach Wochentag und Uhrzeit. Damit bleiben deutliche Spielräume, auch wenn man sicher noch eine gewisse Eingewöhnung und damit mehr Vor Ort-Arbeit im Stadtforum (statt Homeoffice) für die Zukunft berücksichtigen sollte. 

Torsten Hans, finanzpolitische Sprecher der Fraktion, sieht darin einen handfesten Vorteil für die Stadt Dresden: „Die Daten zeigen: Flexible Arbeitsmodelle können funktionieren – und sie sparen Flächen ein. Diese Effizienzgewinne müssen wir jetzt konsequent nutzen. Wo Auslastungen dauerhaft unter 80 Prozent liegen, sollten perspektivisch weitere Ämter ins Stadtforum einziehen können. Das eröffnet die Chance, teure externe Liegenschaften abzumieten und den Stadthaushalt zu entlasten.“ 

Mit dem Einzug weiterer Ämter bis Frühjahr 2026 wird das Haus vollständig belegt sein. Dennoch bleibt laut der Zwischenbilanz Puffer, um zusätzliche Organisationseinheiten aufzunehmen. 

Obwohl der Mietvertrag externe Nutzungen ab 18 Uhr ausdrücklich ermöglicht, fehlen der Stadtverwaltung bislang klare Rahmenbedingungen, welche Veranstaltungsformate erlaubt sind und wie die Abläufe organisiert werden sollen. Eine Mietkalkulation existiert nicht. 

Auch hier fordert Torsten Hans deutlich mehr Tempo: „Die Stadt hat hier ein wertvolles Angebot in der Hand – aber ohne Regeln und Prozesse kann kein einziger Euro erwirtschaftet werden. Die Verwaltung muss jetzt zügig die Voraussetzungen schaffen, damit Räume für externe Veranstaltungen vermietet werden können. Das steigert die Wirtschaftlichkeit des Hauses und bringt zusätzliche Einnahmen.“ 

Ein attraktiver Nebeneffekt: Die Gastronomie im Stadtforum könnte bei externen Veranstaltungen verstärkt Catering anbieten und damit ebenfalls profitieren. 

Bei aller positiven Bilanz sieht Hans auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Großraumbüros bieten viel Flexibilität, wirken aber häufig steril: „Ein paar Grünpflanzen oder Bilder könnten enorm viel ausmachen. Wer gern zur Arbeit kommt, arbeitet besser – und das kostet fast nichts. Auch ist zu berücksichtigen, dass sich einige Mitarbeiter:innen teilweise noch an die neuen Arbeitswelten gewöhnen müssen. Dafür muss es eine gute Begleitung geben, die ihre Bedürfnisse ernst nimmt.“   

Insgesamt sieht die Bündnisgrüne Fraktion das Stadtforum auf einem guten Weg – und fordert, die sichtbar werdenden Spielräume konsequent für eine effizientere Verwaltung zu nutzen. Die Grundlage dafür liegt mit der aktuellen Auslastungsanalyse klar auf dem Tisch. 

Anfrage AF0875/25

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