Geburtenrückgang für Qualitätssteigerung nutzen!
Grüne fordern vorausschauende Bildungsplanung für Dresdens Grundschulen
Die Geburtenzahlen in Dresden sind seit 2022 spürbar zurückgegangen. Dies veranlasste die Landeshauptstadt zuletzt zu zehn KITA-Schließungen.
„Im Schuljahr 2030/31 werden voraussichtlich 674 Erstklässler*innen weniger eingeschult als voraussichtlich im Schuljahr 2028/29 – ohne Betrachtung von Zu- und Wegzügen. Geht man von einer durchschnittlichen Klassenstärke von 22 Schüler*innen aus, entspricht das 30 Klassen weniger“, erklärt Katharina Ringler, bildungspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen.
„Die Zahlen machen die Dringlichkeit deutlich, mit der die Landeshauptstadt sich mit einer langfristigen Strategie befassen sollte.“
Wie aus einer Anfrage von Ringler hervorgeht, wird bei den Einschulungen im Schuljahr 2030/31 der Tiefststand an Kinderzahlen erwartet. Deshalb fordert die Bündnisgrüne Fraktion bereits jetzt eine vorausschauende Bildungsplanung für die Dresdner Grundschulen.
Die Zügigkeit zu reduzieren, hält Ringler für falsch. „Statt die Zügigkeit zu reduzieren, sollte Bildungsbürgermeister Donhauser sich aktiv auf Landesebene für eine geringere Klassenstärke einsetzen. So kann die Zügigkeit erhalten bleiben und die Qualität an den Schulen steigt. Sinkende Zahlen sind kein Freibrief für Einsparungen, sondern Auftrag zur Qualitätserweiterung“, betont Ringler. „Weniger Kinder in der Klasse ermöglichen der Lehrkraft die Möglichkeit zur echten individuellen Förderung, die die Potenziale eines jeden Kindes in den Blick nimmt. Dies ist auch unter dem Gesichtspunkt einer besseren Umsetzung von Inklusion dringend notwendig.“
Der Anfrage ist zu entnehmen, dass im aktuellen Schuljahr für 214 4. Klassen nur noch 202 1. Klassen aus dem aktuellen Schuljahr nachkommen. Bis zum Schuljahr 2028/29 fallen folglich bereits 12 Klassen an den Grundschulen weg. Der große Knick kommt dann mit dem besonders geburtenschwachen Jahrgang 2024/25. Während im Jahr 2022/23 noch 4.777 Kinder geboren wurden, waren es im Jahr 2024/2025 nur noch 4.103 Neugeborene in Dresden.
Ringler erwartet von Bürgermeister Donhauser ein klares Bekenntnis, alle Schulstandorte zu erhalten. Denn „eine geschlossene Schule lässt sich nur unter enormen Kraftanstrengungen wieder aufbauen. Nicht zuletzt brauchen wir auch ausreichend Schulplätze für Kinder von zukünftigen Arbeitnehmer*innen aus der Dresdner Mikroelektonik-Branche“, stellt Ringler abschließend fest.