Grüne lehnen teure Gesamtsanierung des Fernsehturms ab, schlagen aber „kleine“ Lösung vor

07.12.2020
Foto: Steffen Müller
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Die Grünen Fraktion im Stadtrat lehnt eine teure Gesamtsanierung und touristische Vermarktung des Fernsehturmes ab. Diese hätten weitreichende Folgen für die Verkehrssituation vor Ort, es drohten Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet und auch die Betreibersituation des geplanten Restaurants ist völlig unklar. Die Stadt müsste für die Sanierung Eigenmittel von 6 Millionen Euro aufbringen und noch viel mehr für die damit verbundene verkehrliche Erschließung.

Dr. Wolfgang Deppe, Sprecher für Umwelt, erläutert: „Bei den schwierigen Herausforderungen für den städtischen Haushalt mitten in der Corona-Pandemie ist es unverantwortlich und den Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar, wenn die großangelegte Sanierung und Wiedereröffnung des Fernsehturms im Haushalt hohe Priorität erhält. Die Prioritätensetzung des Oberbürgermeisters sorgt dafür, dass dringend notwendige Mittel in zweistelliger Millionenhöhe für die Unterstützung notleidender Kulturschaffender, für Kitas, Schulen oder den Radwegebau fehlen. Zudem ist das vorgelegte Verkehrskonzept überhaupt nicht stimmig, kostet sehr viel Geld und schafft erhebliche Verkehrsbelastungen für die Anwohner:innen im Hochland.“

Die Grünen werden in den kommenden Tagen in den Ausschüssen des Stadtrates einen Ergänzungsantrag stellen, der eine „kleine“ Lösung zur Prüfung vorschlägt. Damit könnte durch einen Verein der Fernsehturm für gebuchte museale Führungen geöffnet und die Aussichtsplattform ohne kostspielige Umbaumaßnahmen Interessierten zugänglich gemacht werden. Bereits jetzt werden solche Führungen gelegentlich durchgeführt. „Mit einer solchen Kompromisslösung wäre allen gedient,“ so Dr. Deppe.

Thomas Löser, Sprecher für Stadtentwicklung und Bau, ergänzt: „Es sei noch einmal daran erinnert, dass die versprochenen 6 Mio. Fördermittel im aktuellen Landeshaushalt nicht eingestellt sind, diese aber für das Gesamtprojekt als Kofinanzierung benötigt würden.
Es hat keinen Sinn weiter einem Luftschloss hinterherzujagen. Mit einer sanften Öffnung könnte man den Anwohner:innen die befürchtete Angst vor einem Verkehrschaos nehmen und trotzdem interessierten Freund:innen des Fernsehturmes eine Möglichkeit der Besichtigung dieses wunderbaren technischen Denkmals und Bauwerkes der Ostmoderne ermöglichen. Für diese kleine Lösung braucht man auch keine zusätzlichen Parkplätze, die vorhanden 25 Stellplätze würden ausreichen.“

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